
der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Datum: 11. August 2010
Die Besetzung des Baugebietes zeigt, dass Bürger nicht mehr bereitsind, die wachsende Industrialisierung in der Tierhaltung hinzunehmen.Die Räumung der Protestierenden durch die Polizei war nichtangebracht. Ignoriert die Regierung den Widerstand ihrer Bürger, ist diefriedliche Besetzung des Geländes durchaus ein angebrachtes Mitteldes Protests. Von Niedersachsens LandwirtschaftsministerinGrotelüschen, die sich selbst den Vorwurf der Tierquälerei imfamilieneigenen Putenbetrieb gefallen lassen muss, ist wohl keine Verbesserung der Situation zu erwarten.
Über 20 Bürgerinitiativen haben sich gegen den Bau des Schlachthofesausgesprochen – zu Recht. Die mit der Verwirklichung des Bausverbundene künftige Schlachtung von 27 000 Hähnchen pro Stundebedeutet für Anwohner und Umwelt eine enorme Belastung. Tierschutzprobleme sind in industrialisierten Betrieben an derTagesordnung. Dies zeigte zuletzt der qualvolle Erstickungstod von 40.000 Hähnchen in Holthusen II in Niedersachsen. Der von der Geflügelindustrie angezettelte Verdrängungswettbewerb geht letztendlich auf Kosten von Bäuerinnen und Bauern, die für den übersättigten Markt produzieren sollen, dafür aber erst einmal kräftig investieren müssen.
Wir Grüne fordern die Bundesregierung und die Niedersächsische Landesregierungen auf, die Bedenken der Bürger und deren Wunsch nach einer lebenswerten Wohnumgebung endlich ernst zu nehmen und entsprechend zu handeln.