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Zur Vernehmung des Zeugen Dr. Alois Ziegler im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss Gorleben erklärt Dorothea Steiner, Mitglied im Untersuchungsausschuss und Sprecherin für Umweltpolitik:
Die Befragung hat gezeigt, dass Dr. Ziegler als überzeugter Vertreter der Atomlobby im Bundesforschungsministerium (BMFT) versuchte, Gorleben frühzeitig als mögliches Endlager zu etablieren. Pikant ist vor allem seine Äußerung, dass "eine Untersuchung mehrerer Standorte die Eignungshöffigkeit Gorlebens entwertet hätte". Daraus wird die politische Einflussnahme auf die Standortentscheidung besonders deutlich - für Gorleben galten von Anfang an politische Vorfestlegungen, nicht wissenschaftlich objektive und nachvollziehbare Kriterien. Das ergibt sich auch aus einem Fax des BMFT an die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), das heute im Ausschuss als Beweismittel vorgelegt wurde. Darin wünscht das Ministerium, die PTB-Wissenschaftler mögen Erkenntnisse über Wasserzutritte und Laugenbildung in ihrer Bewertung des Standortes Gorleben "etwas weiter vom Zentrum der Betrachtung weg rücken".
Hier wird ein klarer Zusammenhang zu den zur gleichen Zeit aufgetretenen Problemen in der Schachtanlage Asse deutlich. Dr. Ziegler war auch für dieses erste bundesweite Endlager zuständig und wollte den Endlagerbetrieb trotz der erheblichen Risiken weiterführen. Im Hintergrund wirkte dabei der sogenannte "Salzpapst" Klaus Kühn, der die Asse als Vorbild für ein Endlager Gorleben propagierte.
Zum Hintergrund: Der Zeuge Dr. Ziegler war von 1973 bis 1983 im Bundesministerium für Forschung und Technologie Referatsleiter für Endlagerfragen und in dieser Funktion sowohl für die Asse als auch Gorleben zuständig. CDU/CSU und FDP hatten seine Vernehmung im PUA Gorleben beantragt.