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Veranstaltung

2. Januar 2012

Wachstum – zu welchem Preis?

Welche Verantwortung tragen wir?

Im November diskutierte Dorothea Steiner mit Prof. Angelika Zahrnt, Ehrenvorsitzende BUND und Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung, und Dieter Dürand, Journalist der Wirtschaftswoche, kritisch über das Thema Wirtschaftswachstum in Hannover.

Im Mittelpunkt stand die Frage welches Wachstum brauchen wir, welche Chance hat jeden einzelne, das zu beeinflussen. Auf der einen Seite wurde betont, dass Wachstum notwendig sei, aber die Ausgestaltung müsse sich an nachhaltigen Kriterien orientieren. Dieter Dürand unterstrich, dass wir anderen Ländern Wachstum nicht verbieten könnten.

Es sei nur verständlich, dass die Länder des Südens nach dem gleichen Wohlstand strebten, in dem wir leben. Dieses sollten wir in Europa als Chance begreifen, und Innovationen mit umweltfreundlicher und ressourcensparender Technik fördern. Dafür müssten Recyclingkreisläufe ausgebaut werden und Produkte effizienter produziert werden, damit die Ressourcen unserer Erde geschont und erhalten bleiben.

Mit einem sehr interessierten Publikum wurde demgegenüber der Wachstumsbegriff an sich in Frage gestellt. Dabei wurde von Angelika Zahrnt auch die individuelle Verantwortung der einzelnen Konsumenten unterstrichen. Unsere Wegwerfgesellschaft wurde attackiert, auch das Ziel des „immer neuer, immer besser, immer mehr“ wurde hinterfragt.

Sowohl Dieter Dürand und Angelika Zahrnt mahnten die Politik und die Industrie, Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Plünderung unseres Planeten wenigstens anzuhalten. Insgesamt wurde deutlich, dass es höchste Zeit ist, den Wachstumsbegriff zu verändern und neue Strategien zu entwickeln. Angelika Zahrnt zitierte den kanadischen Ökonom Peter Victor: „it is coming by design or by desaster“, mit der Aufforderung, sich für die klügerer Variante zu entscheiden.

Bei Interesse können die Positionen unserer Podiumsteilnehmer nachgelesen werden unter: Seidl,Irmi/Zahrnt, Angelika: Postwachstumsgesellschaft, Konzepte für die Zukunft, Marburg 2010 und in den Beilagen der Wirtschaftswoche Green Economy vom 02.10.2011 und 07.11.2011