Forschungsbergwerk Asse

Am 23.06.2011 besuchte eine Gruppe von Grünen aus Kommunalparlament, Landtag und Bundestag das Versuchsbergwerk Asse. Mit dabei Doro Steiner und Sylvia Kotting-Uhl aus der Bundestagsfraktion und Stefan Wenzel, der Vorsitzende der Landtagsfraktion.

Hauptziel des Besuches war es, sich über die Fortschritt bei der Stabilisierung der Asse und der Einleitung der Rückholung der radioaktiven Abfällen aus der Asse zu informieren. Zum Auftakt berichtete Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz über den derzeitigen Stand in der Asse. Es wurde deutlich, dass niemand heute weiß, wie lange die Asse noch stabil ist und unerwartete Einzelereignisse zu einer massiven Schwächung führen können. Die angelaufenen Stabilisierungsmaßnahmen sind jedoch bisher sehr erfolgreich.

Auch der ursprünglich anvisierte Zeitplan für die Rückholung des Atommülls aus der Asse lässt sich nicht wie ursprünglich halten. Das Genehmigungsverfahren für die erste Kammeröffnung zur Probe hat sehr lange gedauert und zahlreich komplizierte, bisher nicht abschließend geklärte Fragen aufgeworfen. Dies liegt vor allem auch daran, dass hier Genehmigung für einen einzigartigen Fall, nämlich die Rückholung von Atommüll aus einem Bergwerk erteilt werden, auf die weder das Bergrecht noch das Atomrecht ausreichend konzipiert ist. Insgesamt kann vor Abschluss der Faktenerhebung und der ersten Probebohrungen keine seriöse Prognose über den Zeitplan der kompletten Rückholung gemacht werden. Aus Grüner Sicht wurde deutlich, dass es dringender denn je notwendig ist, dass alle Beteiligten voll hinter dem Konzept der Rückholung stehen und diese so schnell und unkompliziert wie möglich vorantreiben. Je mehr Zeit vergeht, um so höher das Risiko, dass die Rückholung scheitert  - Dann wäre vielleicht nur noch die Vollverfüllung die einzig verbliebende Option?!

Im Anschluss an das Gespräch ging es hinab in das Bergwerk. Geführt von Vertretern des Bundesamtes für Strahlenschutzes und der Asse GmbH ging es durch das Erkundungsbergwerk. Von besonderem Interesse war der Bereich in dem die Probebohrung vorbereitet werden. Hier wurde deutlich, wie komplex diese ist. Sehr eindrücklich für alle Besucher waren die umfassenden Maßnahmen zur Sicherstellung der Dekontimationsfähigkeit des Boden im Umfeld der Probebohrung.

Insgesamt bot der Besuch einen umfassenden Einblick in den Stand in der Asse. Er beantwortete alte Fragen, aber warf auch neue Fragen auf. Beispielsweise ist das Problem der oberirdischen Zwischenlagerung des Assemülls noch weitgehend ungeklärt. Es ist wichtig das Thema Asse weiterhin im Blickpunkt zu haben und eine realistische Einschätzung der Situation zu geben, die keine Ängste schürt, aber deutlich macht, dass ein schnellstmögliche Rückholung des Atommülls aus der Asse oberstes Gebot zum Schutz von Mensch und Umwelt ist.

Asse II
Besuch in der Asse
Besuch in der Asse
Besuch in der Asse