Einführung einer Umweltabgabe auf Plastiktüten

Einmal-Plastiktüten sind ein Riesenproblem für die Umwelt. Das Plastik wird in der Natur nicht abgebaut, sondern sammelt sich in Wäldern, Flüssen und Ozeanen. Jeder von uns kann es sehen: Unsere Meere vermüllen immer mehr.

Plastiktüten sind zudem überflüssig: Umweltfreundliche Alternativen wie Stoffbeutel, Papiertaschen, Rucksäcke und Einkaufskörbe stehen in jedem Haushalt zur Verfügung. Diese können immer wieder verwendet werden.

Abfallvermeidung ist Ressourcenschutz. Abfall, der gar nicht erst anfällt, entlastet unsere Umwelt enorm. Daher fordern wir ein Reduzierung des verschwenderischen Gebrauchs von Plastiktüten aus Basis von Erdöl.

Unsere Forderung: Einführung einer Umweltabgabe auf Plastiktüten

Wir fordern anlässlich der Verabschiedung eines neuen Abfallrechts im Bundestag die umgehende Einführung einer Umweltabgabe auf Plastiktüten auf Basis von fossilen Ölen, die unter natürlichen Bedingungen nicht biologisch abbaubar sind, von mindestens 22c pro Tüte. Dieses ist eine aktive Maßnahme zur Abfallvermeidung.

Eine Umweltabgabe auf Plastiktüten lohnt sich: In der Republik Irland ging der Gebrauch von Einmal-Plastiktüten nach der Einführung einer Abgabe rasch um über 90% zurück.

Die Einnahmen aus der Abgabe wollen wir zur Förderung alternativer Verpackungen, für Öffentlichkeitsarbeit zur Vermeidung von Kunststoffabfällen und für die Entwicklung verbesserter Entsorgungsoptionen für Kunststoffabfälle verwenden.

Eine solche Umweltabgabe ist aus unserer Sicht das bestmögliche Mittel, um kurzfristig eine Reduzierung des verschwenderischen Umgangs mit Plastiktüten zu erreichen. Dort, wo Plastiktüten auch weiterhin unbedingt benötigt werden – für empfindliche Lebensmittel wie beispielsweise Salat und Fleisch - kann auf Plastiktüten auf der Basis von nachwachsenden Rohstoffen, die sich unter natürlichen Bedingungen zersetzen, zurückgegriffen werden. Diese wären von der Abgabe nicht betroffen.

Denn umweltgerechte Alternativen, auf die der Handel bei Einführung einer Umweltabgabe voraussichtlich ausweichen wird, stehen schon jetzt zur Verfügung, z.B. Stofftaschen und Einkaufskörbe - auch hier gilt: Mehrweg ist besser als Einweg! Stofftaschen und andere Mehrweg-Behälter schneiden aus Umweltschutzsicht deutlich besser ab als alle Arten von Einwegtüten.

Die Ablehnung unseres Antrags durch die schwarz-gelbe Regierung zeigt: Abfallvermeidung und Ressourcenschutz sind für die Regierung reine Lippenbekenntnisse. Dort, wo es konkret wird, ist die Regierung nicht bereit, die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen. Wir werden uns aber weiterhin für die Einführung der Umweltabgabe auf Plastiktüten einsetzen.